Kabale und Liebe (2008)
von Friedrich Schiller
Inhalt:
Im Mittelpunkt des Trauerspiels steht das bürgerliche Mädchen Luise Millerin, Tochter des Musikus Miller, die sich in der aristokratische Zeit des ausgehenden 18. Jahrhunderts zu behaupten versucht. Ihre Liebe zum adeligen Ferdinand von Walter, Sohn des diabolischen Präsidenten, darf nicht sein, da sie die Grenzen zwischen Aristokratie und Bürgertum überschreiten würde.
So wird vom Präsidenten und seinem schmierigen Sekretär Wurm, der die schöne Luise gerne für sich haben will, ein Netz von Intrigen gespannt. So muss Hofmarschall von Kalb seinen Namen als falscher Liebhaber hergeben, um die Eifersucht des hitzköpfigen Ferdinands zu schüren und die Liebenden auseinander zu bringen. Der Plan misslingt und doch können Präsident und Wurm nicht triumphieren: Ferdinand vergiftet Luise und nachdem sie ihm kurz vor ihrem Tod ihre Unschuld schwört, nimmt er sich selbst aus Verzweiflung das Leben.
Das dritte Bühnenwerk des damals noch jungen Friedrich Schiller wurde weitestgehend in seiner Urform aufgeführt.
Es spielten:
| Ferdinand von Walter | Jens Wernstedt |
| Luise Millerin | Sabrina Urban |
| Präsident von Walter | Steffen Scheunpflug |
| Miller | Rüdiger Fender |
| Hofmarschall von Kalb | Ina Wernstedt |
| Lady Milford | Jelena Vojkovic |
| Millerin | Veronika Wernstedt |
| Wurm | Wolfgang Stich |
| Diener / Gerichtsdiener | Patrick Weiß, Sina Holzmann |
| Regie | Ina Wernstedt |
| Technik | Albert Geiger |
Galerie:
Presse:
Vaihinger Kreiszeitung vom 11.08.2008:
Adelsintrigen und Wetterkapriolen
Die Gruppe [Exeunt.] begeisterte mit „Kabale und Liebe“ in Eberdingen
Eberdingen (nm) – Am Freitagabend haben die Zuschauer des zweiten Eberdinger Sommertheaters nicht nur etwas über die Intrigen des Adels im 18. Jahrhundert, sondern auch über die Heimtücken der aktuellen Wetterlage erfahren. Obwohl der Wettergott kein Erbarmen kannte, darf das kostenlos gespielte Freiluft-Theaterstück „Kabale und Liebe“ als ein voller Erfolg gewertet werden. Tapfer haben nicht nur die rund 70 Zuschauer dem Regen über zwei Stunden lang getrotzt, auch die großartigen Laien-Schauspieler der Theatergruppe (Exeunt.), die sich nicht unter einem der zahlreichen bunten Schirme verkriechen konnten, wollten und auch keineswegs mussten.
Es war die zweite und letzte Aufführung des Eberdinger Sommertheaters von Schillers bürgerlichem Trauerspiel „Kabale und Liebe“, das von der Gemeinde Eberdingen veranstaltet wird. Die Idee zum Sommertheater kam von der derzeit elf-köpfigen Theater-Laienspielgruppe (Exeunt.), die letztes Jahr in diesem Rahmen bereits das Bühnenwerk „Cyrano von Bergerac“ aufgeführt hatte. Leiterin und Regisseurin Ina Wernstedt, die die Figur des Hofmarschall von Kalb spielte, sagte über die Auswahl von „Kabale und Liebe“: „Ich wollte dieses Stück schon immer mal inszenieren und von unserer Gruppenbesetzung her hat es perfekt gepasst.“
Schiller beschreibt in seinem Trauerspiel eine unglückliche Liebe, die an den Standesschranken des 18. Jahrhunderts zerbricht. Der adelige Ferdinand von Walter, verkörpert von Jens Wernstedt, liebt die bürgerliche Luise Miller alias Sabrina Urban. Das passt seinem Vater, dem Präsidenten der Residenz, gespielt von Steffen Scheunpflug, überhaupt nicht. Zusammen mit seinem hinterhältigen Sekretär Wurm (Wolfgang Stich), spinnt er gemeinsam Intrigen, um die Liebe der beiden zu zerstören und seinen Sohn, wie geplant, mit Lady Milford, dargestellt von Jelena Vojkovic, zu verheiraten. Kurzerhand lässt er Luises Eltern, charakterisiert von Veronika Wernstedt und Rüdiger Fender, verhaften und zwingt Luise zum Schreiben eines falschen Liebesbriefes an den Hofmarschall von Kalb. Doch der Vater hat die Rechnung ohne seinen Sohn gemacht…
Dem aufmerksamen Zuschauer entging nicht, dass einige Darsteller in altertümlichen Kostümen und Perücken aus dem 18. Jahrhundert auftraten, während andere in modernen, zeitgemäßen Kleidern auf der Bühne erschienen. „Das war meine Idee mit der Mischung der Kostüme in modern und alt“, erklärte Ina Wernstedt und fügte hinzu: „Ich dachte mir, die Bürger treten in modernen Klamotten auf und der Adel in alten, verstaubten.“ Eine gelungene Symbolhaftigkeit, die besonders in der Figur des Ferdinand deutlich wurde, weil dieser im Verlauf des Stücks den Kleidungsstil wechselte.
Seit Februar probte (Exeunt.) für das Spiel, im Winter in der Ludwigsburger Volkshochschule und im Sommer vor Ort am Aufführungsplatz. Der ungewöhnliche Name der Truppe stammt übrigens aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie „Alle ab“. „Shakespeare hat das immer ans Ende eines Stückes geschrieben“, erklärte Ina Wernstedt, die in Frankfurt Theater-, Film- und Medienwissenschaft studiert. Trotz der in den hinteren Reihen zeitweise schwer verständlichen Dialogen, bedingt durch das Plätschern des Regens und der zum Teil nicht verwendbaren Mikrofone, fand das Stück großen Anklang. Die hervorragende schauspielerische Leistung der Darsteller, die gelungene Umsetzung von Schillers Stück und die romantische Freiluftkulisse zwischen Eberdinger Rathaus und Kirche machten den Abend zu einem lohnenden Erlebnis.